Der Rest
Nachdem die Seele des Menschen den Körper verlassen hat,
Landet sie
Auf der großen Halde und kühlt eine Zeit aus.
Wenn die Kälte des Raumes den Sinter der Seele
Völlig durchdrungen hat
Und der für höhere Wesen fast unerträgliche Gestank
Sich ein wenig verflüchtigt hat
Kommen die Engel des Herrn
Mit gewaltigem Gerät werden
Die gesammelten Seelen
Der weiteren Verarbeitung zugeführt.
Große Mühe wenden die geflügelten Arbeiter auf
Um die klumpigen Schlacken der Seelen
Zu schreddern.
Wachsamen Auges stehen sie an großen Tischen und suchen
Auf der grauen Substanz der gewonnenen Kerne
Nach schimmernden Anhaftungen
Und metallischen Spuren.
Im Staub stehen sie und den letzten irdischen
Ausdünstungen der Seelen
Mit Eifer suchen sie
selbst kleinste Trümmer
Ab
Und finden
Während die Aschehaufen der Jahrtausende sich um sie
zu Bergen türmen
manchmal ein Gran ganz selten ein
Für Engel fühlbares Gewicht von dem Gold unserer Seelen.
Am Abend des Tages geht einer von ihnen
Nachdem er die schönen Flügel geschüttelt,
Sich wie es Brauch ist gereinigt
Und neue Gewänder angelegt hat
Zum Herrn.
Der Herr nimmt mit einem freundlichen Blick
Das Beutelchen an sich,
Das der Engel ihm reicht und
Mit einem Seufzen legt er es
Auf die Waage.
In der Ferne dröhnen aufs Neue
Die großen Maschinen.
Die Fliegen
Die Fliegen lieben die Menschen:
Die Wärme der Haut zieht sie an, besonders an
Kühleren Tagen
Mit Kennerschaft suchen
Sie Stellen
Die nach Zärtlichkeit dürsten
Mit zierlichen Füßen trippeln sie liebend auf unserer Haut
Das leise Vibrieren des Blutes in unseren Adern
beruhigt sie und
In gut gespielter
Arglosigkeit reiben sie dann
Das Köpfchen zwischen zwei Armen und glätten
Sorgfältig die silbrigen Flügel
Anschließend erkunden sie voll Neugier
Die Blößen unserer Körper und
Irgendwo auf ihrem kribbelnden Weg
Machen sie Rast und saugen das Salz
Und was sonst in unserem Schweiße sich findet
Mit zarten Rüssel
Sie lieben uns und sie
Kennen uns und
Sie sind vor uns auf der Hut
vor der gewaltig schlagenden Hand.
Schon nach kurzer Weile kehren sie
Die unermüdlich Verzeihenden
Zu uns zurück denn
Die Fliegen lieben den Menschen.
Die Menschen lieben die Fliegen nicht.
unversehens ein gedicht
Als ob ich gar nicht dichten wollte
Schreib ich diese beiden Zeilen
Was sich gar nicht reimen sollte
Will doch zum Reime sich beeilen
Und so fließt aus meiner Feder
Auch die zweite Strophe schon
Was sich reimt, das mag ein jeder
Wohlklang ist des Dichters Lohn
Oh, des Dichtens hohe Schule!
Petrarca auf dem goldenen Stuhle
Hilf mir jetzt und steh mir bei!
???? ???? ???? ????
So wird das niemals ein Sonett!
Schenk mir doch noch ein Terzett!
Kommt da nichts mehr? Neee? Vorbei!
Nachricht vom 22.11.11 gegen 17.00 Uhr
Was wir am meisten vermissen
Ist die Schwerkraft
Seit wir unseren
Sehr unbeholfenen Zustand
verlassen haben
mein Herzchen, mein Liebes, mein Täubchen, mein Leben, mein liebes, süßes Leben, mein Lebenslicht, mein Alles, mein Hab und Gut, meine Schlösser, Aecker, Wiesen und Weinberge,
Gibt es keine bevorzugte Richtung im Raum
Es gibt wohl auch gar keinen Raum
Lange Flügel an unseren Schultern würden
Mein Paradies, meine Träne, meine Himmelsleiter, mein Johannes, mein Tasso, mein Ritter, mein Graf Wetter, mein Page, mein Erzdichter
Wenn wir sie hätten
Uns wenig nutzen
Sonne meines Lebens, Sonne, Mond und Sterne, Himmel und Erde, meine Vergangenheit und Zukunft, meine Braut, mein Mädchen, meine liebe Freundin
Auch von wandeln kann also
gar keine Rede sein
Wie überhaupt der Sinn der Wörter
Mein Glück, mein Tod, mein Herzensnärrchen
In blasse Schatten übergeht an
die wir uns solange noch halten
Bis wir uns hier -so fürchte ich -
verlieren
Wie lange noch wird das Wort
Uns vereinen?
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